Kindesglück & Lebenskunst

Unterstützung für Familien in schweren Lebenskrisen und Trauer im Kreis Pinneberg

Verein Kindesglück und Lebenskunst sucht Paten

ELMSHORN/BARMSTEDT | Die Diagnose Krebs ist ein Schock. Vor allem Familien mit kleinen Kindern werden hart getroffen, wenn ein Elternteil erkrankt. In dieser Situation ist Unterstützung enorm wichtig. Zu diesem Zweck hat sich der Verein Kindesglück und Lebenskunst gegründet. Unter dem Schlagwort KEKK (Krebskranke Eltern kleiner Kinder) bieten die Initiatorinnen Dörthe Bräuner und Leena Molander bereits seit 2011 verschiedene Hilfsangebote an. Vor allem in Wedel, Uetersen und Pinneberg sind die beiden Initiatorinnen aus Holm aktiv. Nun aber wollen sie ihr Angebot auch im RaumElmshorn und Barmstedt stärken. „Der Bedarf ist auch hier groß. Wir haben viele Teilnehmer aus dieser Region“, sagt Bräuner. Das Problem: Es mangelt in diesem Bereich noch an ehrenamtlichen Helfern.

KEKK startete 2011 als Selbsthilfegruppe. „Bei den Treffen wurde uns schnell klar, dass Familien mehr Unterstützung brauchen“, berichtet Molander. Im November 2013 startete sie mit Bräuner und vielen weiteren Helferinnen ein zweites Projekt: Bei „KEKK Cares“ gehen Paten in betroffene Familien und bieten zügig und unkomplizierte Hilfe an. Jetzt geht mit „KEKKE Kids“ sogar ein drittes Angebot an den Start. Ab Ende März nimmt die Selbsthilfegruppe speziell für Kinder und Jugendliche die Arbeit auf. „Anders als bei Betroffenen und deren Partnern finden Kinder häufig keine Wege, um ihrem Entsetzen Raum zu geben“, erklärt Evelyn Zimmermann-Uhlenbusch. Die ehemalige Physio- und Tanztherapeutin hat eine Ausbildung zur Lebens- und Trauerbegleiterin absolviert und wird die Gruppe betreuen. Konkrete praktische Erfahrung sammelte Zimmermann-Uhlenbusch unter anderem, indem sie vergangenes Jahr eine Familie begleitete, in der die Mutter an Krebs erkrankte – und verstarb. „Die Kinder wurden verhaltensauffällig – natürlich“, erzählt sie.

Zu den vielen unterschiedlichen Ängsten, die Mädchen und Jungen krebskranker Eltern entwickelten, komme auch noch der Verlust der körperlichen Unversehrtheit von Mutter oder Vater hinzu, mit dem sie zurechtkommen müssten. In der Gruppe könne das Erlebte nicht nur verbal, sondern auch im Spiel oder im Malen verarbeitet werden. „Nach wie vor ist Krebs ein emotionales Tabuthema auch für nichtbetroffene Kinder.“ Die Gruppe zeige den Kindern, dass sie nicht allein sind. Introvertierte profitierten allein vom Zuhören, so Zimmermann-Uhlenbusch.

Die Eltern-Selbsthilfegruppe trifft sich regelmäßig in Holm  – Termine sind auch bei Facebook zu finden. Um Anmeldung wird gebeten.
Das Angebot für Kinder findet jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 16.30 bis 18.30 Uhr im Wedeler Familienzentrum Spatzennest, Buchsbaumweg 9, statt. Start ist am 31. März. „Wir starten mit der Altersstufe zehn bis 15 Jahre, aber ich bin flexibel“, sagt Zimmermann-Uhlenbusch.

Es fehlt an Paten

Während für „KEKKE Kids“ Ehrenamtler gesucht werden, die zum Beispiel einen Fahrdienst übernehmen, fehlt es für „KEKK Cares“ im Raum Elmshorn und Barmstedt noch an Paten. „Interessierte sollten Spaß am Umgang mit Kindern haben“, sagt Molander. Natürlich nehme der Verein nicht jeden. „Wir verlangen ein erweitertes Führungszeugnis und gucken uns die Bewerber genau an“, so die Initiatorin. Der Verein sorgt auch für die Fortbildung seiner Paten. „Bevor die Ehrenamtler in die Familien gehen, müssen sie einen Erste-Hilfe-Kursus am Kind absolviert haben“, sagt Molander. Aufgabe der Paten sei es nicht, die Familien bei Haushaltsarbeiten zu unterstützen. „Sie sollen sich voll und ganz auf die Kinder konzentrieren, mit ihnen spielen, basteln oder Ausflüge unternehmen. Alles ist möglich, die Eltern bestimmen, was gemacht wird“, betont Bräuner.

Bei den Aufgaben handelt es sich um ehrenamtliche Tätigkeiten. Den Helfern werden vom Verein aber die Auslagen etwa für Fahrtkosten erstattet. Bräuner und ihre Vorstandskollegin Molander hoffen, mit dem Aufruf Erfolg zu haben: „Wir würden gern auch den Menschen im Raum Elmshorn und Barmstedt helfen.“

Ansprechpartner für Menschen, die den Verein bei seiner Arbeit unterstützen wollen, sind die Vorsitzende Dörthe Bräuner, Tel. 0151-22726347, und die Zweite Vorsitzende Leena Molander, Tel. 0151-22724906. Anfragen können auch per E-Mail an info@kekk-kul.de gestellt werden. Der Verein Kindesglück und Lebenskunst finanziert sich aus Spenden. Wer die Vorsitzenden Dörthe Bräuner und Leena Molander unterstützen will kann auf folgendes Konto spenden: Raiffeisenbank Elbmarsch, Konto: DE78221631145000131784, BIC: GENODEF1HTE. Spendenquittungen werden erstellt. www.kekk-kul.de

veröffentlicht am 5. März 2015


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